SafEx e.V.

Geschichte des Vereins

von J.Peter Orth

 

Nach einigen Reisen m südlichen Europa lernte ich 1967 den Bergführer und Buchauthor Ludwig Steinauer kennen. Inspiriert durch dessen Tätigkeit und tausender Bilder packte mich endgültig die Reisewut unjd ich fuhr1968 mit dessem Sohn Walter nach England. 1970 bereiste ich Persien (heute Iran) das damals vom Schah Reza Pahlavi und seiner Frau Farah Diba regiert wurde.1971 durchquerte ich zusammen mit Walter Steinauer die nördliche Sahara von Marokko uber Algerien nach Tunesien. 1973 und 1974 erkundete ich zusammen mit meinem Bruder mit einem Militärlastwagen die türkische Südküste, die damals noch nicht erschlossen war. (keine Strassen, nur Fahrspuren für Ochsenkarren). Bei diesem Unternehmen drehte ich ohne Genehmigung einen Dokumentationsfilm (16mm-Zypernkrieg) den mir später lustigerweise türkische Behörden gewinnbringend abkauften.

Die Reisekasse war wieder gut gefüllt und so rüsteten Walter und ich im Laufe eines Jahres zwei Militärlastwagen zu Expeditionsfahrzeugen um. Geplant war eine Excursion nach Kamerun (Westafrika) auf dem Landweg. Walter wollte den Mt. Cameroun (tätiger Vulkan) besteigen und ich hatte einen "Abstecher" nach Lambarene eingeplant. Ich wollte drei Filme abdrehen: Fahrt durch die Wüste, Besteigung des Vulkans und das Urwaldkrankenhaus Albert Schweitzers.     (leider wurde nur ein 16mm-"Souvernier du Maroc" daraus)

Geplant hatten wir .....nur, seit 7 Monaten lagen nun unsere Reisepässe bei der Algerischen Botschaft und nichts war passiert. Wir erhielten nur die lapidare Antwort:"keine Touristenvisa". Warum wussten wir nicht. Im Herbst 1975 gründeten wir dann den Verein Safarie´s und Expeditionen, kurz SafEx. Mit einem neuen Antrag durch den Verein auf Erteilung von Transitvisa für Begleitpersonal von 2 LKW hatten wir unsere Stempel innerhalb von 2 Stunden.

Wir gerieten voll in die Wirren des `Polisariokrieges´ und hatten einige spektakuläre Erfahrungen zu machen, so dass wir nach unserer Rückkehr in Globetrotterkreisen wohlbekannt waren. Wir erhielten regen Zulauf und gaben dem Verein eine neue Struktur. Wir waren nun eine Selbsthilforganisation für individual Reisende. Von Fahrzeugreparaturen bis zur Elektronik, von der Zahnbehandlung bis zur Notoperation und von Mineralogie bis zur Archäologie konnten wir Kurse für unsere Mitglieder anbieten. Der Höhepunkt war erreicht als wir unseren Mitglieder kostenlose medizinische Hilfe im Ausland, kostenlose Arzneien und ebenso kostenlosen Ersatzteilversand ins Ausland und extra für uns hergestelltes "Trockenbier" anbieten konnten und Firmen um fachliche Auslandsberatung anfragten.

Etwa um 1980 war der Aufwand ehrenamtlich fast nicht mehr zu bewältigen und wir beschlossen keine neuen Mitglieder mehr aufzunehmen. Das hat sich, bis auf wenige Ausnahmen, bis heute so gehalten. Die Mitgliederzahl im euopäischen Raum ist gesunken, dafür haben wir im aussereuropäischen Raum Mitglieder dazu gewonnen. Dank Internet ist es in den letzten 10 Jahren immer einfacher geworden die ausländischen Mitglieder zu kontaktieren und es erstaunt immer wieder zu sehen, dass die Kinder eines filipinischen Mitglieds dem Sohn eines Brasilianers helfen die Hausaufgaben zu lösen, der Türke Weihnachtspäckchen nach Deutschland schickt und von Kairo Geld nach Mindanao überwiesen wird.

Der Name SafEx hat in den letzten fünfzehn Jahren seinen Sinn verloren. Wir richten keine Expeditionen von Deutschland mehr aus. Durch die vielen wirtschaftlichen und europapolitischen Neuerungen macht das heutzutage keinen Sinn mehr. Der Name weckt ein Gemeinschaftsgefühl und unserere "Expeditionen" beschränken sich auf Besuche bei unseren auswärtigen Mitgliedern von wo aus es einfacher ist Neues zu erkunden. Einige unserer deutschen Mitglieder denken auch ans Auswandern und es ist wohl, speziell für Altere, eine Überlegung wert.


Zur Richtigstellung entgegengesetzter Angaben im Internet in denen unser späterer 2.Vorstand Ch.Weisser(1980) als Begründer des Vereins genannt wird.

Vereinsgründer:

W.Steinauer, J.P.Orth, K.Mirlach, H.Gerold, Hilde Steinauer, Irmgart und Hans die hier nicht näher genannt werden möchten.

       

 
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